the shackspace 1


„Still, wie unterm warmen Dach, liegt das Dorf im weißen Schnee: Unerbittlich wurde er zum Gefangenen des Eises in seinem eigenen Haus – worüber er sich wirklich freute. Wenn die Alltagsroutine durch solche frostigen Unwetter unterbrochen wird, hat das etwas Erfreuliches. Schnee und gefrierender Regen erlösen uns von Erwartungen, Leistungsanforderungen und der Tyrannei der Termine und Zeitpläne. Und im Gegensatz zu einer Krankheit handelt es sich um ein gemeinschaftliches, nicht um ein individuelles Ereignis. Man kann geradezu hören, wie sich aus der Stadt und ihrem Umland ein vereinter Seufzer erhebt, wenn die Natur sich einmischt und dadurch den erschöpften Menschen eine Atempause verschafft. Alle Betroffenen sind unter dem Banner einer gemeinsamen Ausrede vereint, und das Herz wird plötzlich und unerwartet ein wenig taumelig. Keine Entschuldigungen sind nötig, wenn jemand nicht zu einem Termin erscheint. Die plötzliche Aufhebung des Zwangs, produktiv sein zu müssen, sorgt für unverhoffte Freude.
Der weiße Schnee beflügelt mein Gehirn.
Das Jahr geht still zu Ende;
nun sei auch still, mein Herz.
Ihr Kinder sperrt die Mäulchen auf:
Zucker schneit es heute!“

(in order of appearance: Helene Hegemann, Klaus Groth, William Paul Young, Alfred Henschke, Paula Dehmel, Eleonore zu Stolberg-Wernigerode)


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Ein Gedanke zu “the shackspace

  • Matthias Hiller

    Und die Bahn? Keine Heizung – und fremde Menschen wärmen sich…
    Keine Informationen stören die langen Stunden unserer Gespräche auf dem vereisten Rangierbahnhof. Und nicht mal unsere salzigsten Tränen können die beklemmenden Weichen unseres eisernen Weges mehr auftauen…