Die Frage nach der Prozessqualität des Lernens 3


Was macht die Qualität von Lernprozessen aus?

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Wer heutzutage nach Professionalität strebt, verschwendet seine Zeit nicht mehr damit, die eigenen Leistungen zertifizierbar zu machen. Dies ist wohl der größte Angriff auf die etablierten Bildungssysteme; dass sich zunehmend die Lernenden ihrer eigenen Kompetenzen bewusst werden und sie eigenständig weiterentwickeln. Gleichzeitig wirkt diese Entwicklung auch entlastend, denn die Lehrenden brauchen keinen Wissensvorsprung mehr um zu unterrichten. Lernprozesse werden dadurch kommunikativer und sozialer als es die der reinen Wissensvermittlung waren. Dadurch verändern sich auch die Lernsettings. Es braucht immer noch grandiose Sprecher, die vor einem Publikum etwas faszinierendes darbieten. Das Lernen jedoch organisiert sich in der gemeinsamen Reflexion, dem Diskurs und in gemeinsamen Erfindungen, die danach streben, weiterentwickelt zu werden. Die Qualität solcher Lernprozesse lässt sich dann nicht mehr im Blick auf die Annäherung an ein vorgegebenes Ziel messen, sondern müsste die Beschaffenheit der Lernwege und die Beteiligung der Lernenden erfassbar machen. Stellt sich also die Frage: Wie könnte man in Zukunft allgemeingültig Professionalität bestimmbar machen?


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3 Gedanken zu “Die Frage nach der Prozessqualität des Lernens

  • gibro

    Ich denke selbstorganisiert haben wir schon immer gelernt. Fremdbestimmtes lernen funktioniert zwar scheinbar aus Lehrerperpektive, aber gelernt wird dann nicht.

    Aber die Frage war ja, wie man Professionalität messbar machen kann. Ich denke wie früher auch: durch Zitation und Rückzug. Dadurch mache ich dein Wissen für mich relevant. Instutionalisierte Professionalität verliert an Bedeutung.

  • igroe

    Portfolios, Präsentationen, Projekte, Selbstreflexion, Feedback, Lernraster,… ?

  • Joerg Lohrer Autor des Beitrags

    Mag sein, dass die institutionalisierte Professionalität an Bedeutung verliert. Doch ist es wirklich ausreichend, wenn jemand seine Portfolios und Slideshows vorweist. Es braucht doch irgendeine Form von anerkanntem Nachweis für die Qualifikationen. Wenn diese nun mehr „Prozesskompetenzen“ sind als „Zielerreichungsnachweise“ braucht es auch andere Messinstrumente. Nur welche? Das ist die Frage.